Einhundert ein und fünfzigstes Sonett.

By Francesco Petrarca

Written 1339-01-01 - 1339-01-01

Mein Phönix goldenes Gefieder leget,

Den hohen, weißen Nacken zu umfangen,

Kunstlos sich um den Hals, gleich theuren Spangen,

Was Allen Lust, mir Weh im Herzen reget;

Und ein natürlich Diadem er träget,

Von dem die Lüfte rings ihr Licht empfangen;

Draus flüss'ge Gluth, so in des Winters Bangen

Mich zündet, still verschwiegen Amor schläget.

Ein Purpurkleid mit himmelblauem Saume

Rosenbestreut die schönen Schultern decket;

Einzig Gewand und Schönheit nie gesehen!

Den dort in reichem, dufterfüllten Raume

Arab'scher Berge das Gerücht verstecket,

Stolz seh'n wir ihn durch unsern Himmel gehen.