Einhundert und sechszehntes Sonett.

By Francesco Petrarca

Written 1339-01-01 - 1339-01-01

Was machst, was denkst du, Geist? Wird's Friede geben?

Kommt Ruh'? Oder wird ewig Krieg geführet? –

„Weiß nicht, was wird; doch das hab' ich gespüret,

Nicht freut ihr Auge unser Jammerleben.“ –

Was hilft's, will sie mit diesem Aug' uns weben

Im Sommer Eis, und Flammen, wenn es frieret! –

„O sie nicht will's; der thut's, der sie regieret;“ –

Gleichviel! Sie sieht's und hat sich still ergeben. –

„Wohl oft ist still die Zung', und drin im Herzen

Klagt's laut; von außen freudig zu gewahren,

Weint's innen, wo kein Anderer es schauet.“ –

Mit allem dem wird das Gemüth der Schmerzen

Nicht ledig, die da stehn zu ganzen Scharen,

Weil Elend großer Hoffnung nicht vertrauet.