Elegie auß Dan. Heinsij Monobiblo.
By Martin Opitz
Ihr aber wisset nichts als nur auff Gut zusinnen
Vnd zieht bald vber Feld bald durch das wilde Meer
Ja wohin auch die Sonn hat niemals reichen künnen
Da bringet jhr das Golt den schönen Koth anher.
Vnd ich bedarff diß nicht was jhr an allenenden
Zu Land vnd Wasser sucht das hab ich schon bey mir
Mein Gut ist daß ich sterb in meiner Liebsten Händen
Die Strasse wandel ich gar sicher für vnd für.
Dann jetzundt wirdt mein Geist von jhrem Geist empfangen
Wenn er das schöne Thor des Mundes kompt hinein
Jetzundt ergeh ich mich bey den liebreichen Wangen
Da Venus vnd jhr Sohn persönlich wohnhafft sein.
Bald hatt sie mir ich jhr den zarten Halß vmbgeben
Vnd schaw wie die Natur so trefflich sie geziert
Bald in den äugelein enthalt ich mir das Leben
Dahin werdt ich zugleich mit Sinn vnd Muth geführt
Wie der so vnverschuldt sein Vatterland verlassen
Muß suchen einen Weg der jhm gantz vnbekandt
Geht vber Berg vnd Thal durch angenehme Strassen
Nichts achtendt als allein sein liebes Vatterlandt.
Wann er dann ohn gefehr erblicket einen Bronnen
Der sonst verborgen ist in mitten in dem Wald
Befreyet vor der Hitz vnd vngedult der Sonnen
Da nichts als nur das Wild hat seinen aufsenthalt
So ist er wolgemuth vergisset aller dinge
Erforschet nur den Quell deß Brünneleins mit fleiß
Vnd wünscht daß jhn alldar der sanffte Schlaf vmbringe
Weil er vor grosser Lust sich selber auch nicht weiß.
Nicht weniger auch mich weil ich so sehr gejrret
Durch Frewd vnd höchste Lust der süssen Liebes pein
Weil mein Gemüthe sich in Wollust gantz verwirret
Wirdt nichts nicht machen loß als nur der Todt allein.