Elysium

By Emanuel Geibel

Written 1833-01-01 - 1833-01-01

Heitre Nächte, heitre Tage

Feiert der Erwählten Schar

In Elysiums duft'gem Hage,

Wo Musik die Lüfte hauchen,

Und aus Wassern, spiegelklar,

Goldne Blumen tauchen.

O wie löst sich hier das Trauern!

O wie stirbt in Lebensschauern

Süß dahin des Siechtums Leid!

Ewig jugendliche Glieder

Sind hinfort der Seele Kleid,

Leicht wie Schwangefieder.

Wer vom Lethe getrunken,

Ihm auf immer versunken

Sind die Träume des Scheins;

Doch zur Entfaltung genesen

Muß, was Blüte gewesen

Seines sterblichen Seins.

Selig so mit seligen Schatten

Wallt er über Asphodelosmatten

Hin im Dämmer des Lorbeerhains.