Entschluß

By Wilhelm (Hg.) Arent

Nach einem stillen Kloster will ich wandern,

Will flieh'n den Menschenlärm und Pulverdampf;

Verwundet ward mein Herz, mich schmerzt das Schrein,

Ich tauge nicht zu wüth'gem, irrem Kampf.

Ich hab' nicht Schwert, nicht Säbel und Pistole,

Ich gehe ohne Waffen durch die Welt –

Hier steh' ich stille, auf mir selber ruhend,

Und Niemand hat zum Schutz sich mir gesellt.

In mir auch sprühte auf Prometheusfunke,

Erringen wollt' ich Euch das Ideal –

Und an den Felsen ward auch ich geschmiedet,

Die Kraft zerbarst, zurück blieb nur die Qual!

Seit ich ihn nutzlos weiß, mir graut's vorm Kriege;

Könnt' ich ihn streiten noch, ich wollte nicht:

Schafft er auch Recht – das Unrecht lauert, tilgt es;

Der Pesthauch Wunsch löscht aus des Friedens Licht.

Ich streite nicht, muß wandern ohne Waffen –

Wohin? – Ich kenn' kein Ziel. Doch was ich such',

Ein Kloster ist's. Da harre ich und lese

Herzstill, was mir das Schicksal schreibt in's Buch.