Entschuldigung Deßwegen an die Theatralischen Schönheiten
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Ihr Schönen die ihr uns so manch Vergnügen bringt
Wenn eine Nachtigal aus Eurer Kehle singt.
Wo Geist und Auge spielt die reitzend in Geberden
Dadurch so viel entzückt und auch bethöret werden.
Der Großen Fürsten Lust ein süßer Raub der Zeit;
Der Sinnen Himmelreich das Hertz der Eitelkeit.
Ihr Rosen des Gemüths und Dornen der Gewißen.
Der Sorgen und Vernunfft offt gleiche Ruhe küßen.
Ihr Quellen wo das Hertz in dem es sich erqvickt
Die Seelen manches mahl in ihren Abgrund schickt.
Wir schreiben nicht daß wir Euch alle tadeln wollen
Nur daß die annoch schön nicht unrein werden sollen.