Er beklaget ihre Grausahmkeit.

By Johann Georg Gressel

Tyrannin meiner Brust laß ab mich so zu quählen

Hör’ auf mit deinem Grimm’ und schone meiner Seelen

Es bringt zwar meine Angst dir

Jedennoch muß ich stets von dir gefoltert seyn.

Erbarm dich meiner Noht laß ab mich zu versuchen

Wie lange soll dein Zorn auf meine Liebe fluchen?

Ich kan ohndem nicht mehr ertragen jene Last

Womit du mich mein Kind so sehr beladen hast.

Kein Bähr’ noch Tyger kan so grausahm sich gebährden

Als wie du dich verstelst ich muß gefoltert werden

Dein Hertze ist ein Stein der niemahls mürbe wird

Dein Ohr verstopffet sich wenn meine Kähle girrt.

Kan denn mein Jammer-Stand kein Bey-Leyd mir erwerben

Ist alles Flehn umsonst? wohlan! nun will ich sterben

Gib nur drey Thränen her so wird die Todes-Pein

Mir lieb und angenehm und nicht verdrießlich seyn.