Er beklaget ihre Grausamkeit.

By Johann Georg Gressel

Jhr Flüsse und ihr harten Steine

Seyd Zeugen meiner Liebes-Pein

Jhr wißt wie offtmahls ich beweine

Der schönen

Es sollen sich mit euch vermischen

Die Thänen so mein Haupt vergeußt

Es soll das dürre Feld erfrischen

Der Zähren-Thau der von mir fleußt.

Die

Mit ihrer Jammer-Stimme bey.

Und mehret meiner Schwermuth-Plagen

Durch wiederholtes Angst-Geschrey.

Der Jammer zehret ab mein Leben

Und treibt mich zur Verzweiffelung;

Wird

Empfind’ ich keine Linderung?

Das Unglück schiest mit seinen Pfeilen

Auf mein betrübtes Hertze zu

Und keiner kan die Wunden heilen

Es weiß mein Geist von keiner Ruh

Da

Von keiner Liebes-Gluth entbrennt

Nur lacht zu meiner Seelen-Schmertze

Und sich mit Freuden grausahm nennt.

Soll denn mein Angst-beseltes Schreyen

Niemahls erweichen deine Brust?

Soll sich mein Leiden stets verneuen?

Schafft dir denn meine Folter Lust?

So laß der Augen heisses Blitzen

So fort verzehren meinen Geist

Denn was kan dir mein Jammer nützen

Wenn sich dein Paradies verschleußt?

Wo nicht so schaffe daß mein Hoffen

Den frohen Haven bald erreicht:

Steht denn dein Paradies mir offen

So mache daß der Engel weicht

Der mit dem Schwerdte deines Zornes

Den Gang zum Lebens-Baum verwehrt

So wird mein Schatz des Wollust-Hornes

In dir mein