Er beklaget sich über ihre Härtigkeit. Folie d’ Espagne.

By Johann Georg Gressel

Clarinde schönstes Bild

Ist denn ein Stein verhüllt

In deiner zarten Brust?

Daß du mit Hertzens Lust

Kanst meinen Kummer sehn?

Du lässest mich vergehen

Da dein Mund

Den Schmertzen lindern kan.

Den Schmertzen den du mir

Durch deine Schönheit-Zier

Und deiner Augen Macht

In meine Brust gebracht.

Wodurch ich werd verzehrt

Und bald in Nichts verkehrt

Wenn nicht dein Zucker-Mund

Mein Hertze macht gesund

Ein Kuß von deinem Mund

Macht gleich mein Hertz gesund

Ein freundlich Augen-Blick

Treibt meine Quaal zurück;

Das drücken deiner Hand

Führt ins Gelobte-Land

Allwo mein matter Geist

Von

Doch deine Grausahmkeit

Der du dich gantz geweyht

Läst dich nicht freundlich seyn

Ob gleich die Mittel klein.

Dein Hertz ist Stein und Stahl

Es lachet meiner Quaal

Und weigert mir den Kuß

Ohn dem ich sterben muß.

Ich sterbe edles Kind

Durch deine Pracht entzündt

Wo deiner Lippen-Safft

Mir kein Vergnügen schafft

Noch mich befreyt aus Noht;

Der ich den herben Tod

Schon in dem Rachen bin

Erweicht sich nicht dein Sinn.

Allein! du bleibest Stein

Bey meiner Liebes-Pein

Es sauget deine Brust

Aus meinen Schmertzen Lust.

Mein Quählen kitzelt dich

Dein Kitzeln quählet mich

Doch liebet stets mein Geist

Was sein Verderben heist.