Er belauret sie im Bade.

By Johann Georg Gressel

Philena wolte jüngst Fernanden recht beglücken

Denn dieses Mädgen kahm zu ihm aus freyen Stücken

Und sprach: Wenn er mein Herr will meine Jungfer sehn

Gantz nackend muß er gleich nach unsern Garten gehn.

Er kunte nicht den Schluß der Rede gantz abwarten

Er eilte als ein Pfeil nach den benannten Garten

Die Thür war angespehrt doch nicht ins Schloß gemacht

Daß er sich ungesehn sogleich hinein gebracht.

Er ging dem Bade zu allein es war verschlossen

So daß ihn Müh und Fleiß die er gebraucht verdrossen

Er fluchte der

Und hätte sich entfernt wenn er kein Loch erblickt

Wodurch er in dem Bad die nackte Schöne sehen

Und im Gebüsch versteckt verborgen kunte stehen

Allda ersahe er ein gantz entblößtes Kind

Das an der Zierlichkeit

Wenn sie unangelegt das kühle Bad gesegnet

Und dem

Ein Kind das zärter war als man die

Wenn sie den

Der schönen Augen Strahl beschämmt die hellen Sternen

Ja was die Sonne muß sich vor den Glantz entfernen

Die Morgenröth entfärbt sich vor der Wangen-Gluht

Der beste

Die Brüste kröhnt Rubin auf Liljen blühn Corallen

Ein feurig

Die wohlgewölbte Schooß der Lüste Paradies

Den Augen süsse Lust und Kitzelung verhieß.

Es lag ein Myrthen-Wald um den Rubinen Schlosse

Den Eingang zu der Lust den rund gewölbten Schooß

Wo

Und diesen schönen Ort zur Glückes-Insul macht.

Da ist das

Der stürmmt man noch so sehr den Posten nicht verliehret.

Er hatte nun genug das nackte Bild besehn

Und wolte unvermerckt zur Thür hinaussen gehn

Als eben

Die in der Einsamkeit allein zu seyn gedachte;

Sie schrieh Verräther geh zerbreche Hals und Bein

Wer läst

Gewiß

Hier wolte sie vor ihn des Bades-Thür verschliessen

Allein er war geschwind und drengte sich hinein

Weil sie nun nackend war must sies zu frieden seyn.

Sie schalt ihn hefftig aus ein schelmischer Verrähter

Ein Räuber Lästerer ein böser Ubelthäter

Das muste er seyn; doch gab sie sich zur Rruh

Und ließ auf seine Bitt’ ihm noch ein mehrers zu.