Er bittet um die letzte Gunst.

By Johann Georg Gressel

Mein Leben sieh dein Knecht will als ein Opffer sterben

Zum Altar wünscht er sich die schöne Brust

Wer sich den Platz zum Grab-Mahl kan erwerben

Der stirbt fürwahr mit Lust.

Die Flammen die ihn da umschliessen

Zu neuen Lüsten dienen müssen

Nun kröhne mich als wie man muß das Opffer kräntzen

Nimm Rosen so auf deinen Wangen blühn

Jesminen auf der Brüste Hügeln gläntzen

Der Hals gibt Liljen hin.

In diesem Schmuck will ich erblassen

Und mich gantz gern verbrennen lassen.

Und sterbe ich denn schon in diesem schönen Feuer

So weiß ich doch daß mir der schnelle Tod

Mehr sanfft seyn wird als hart und ungeheuer

Ich bleibe ausser Noht;

Drum lasse mich bald mein Vergnügen

Auf diesem schönen Altar liegen.

Den Richt-Platz will ich gern als meinen Thron besteigen

Zwey Scheiter-Hauffen ich da vor mich seh’

Die süsse Brunst und Liebes-Flammen zeigen;

Wenn ich darinn vergeh

So kan ich in den schönften Gründen

Ein neues Leben wieder finden.