Er bluhstert sich auff/ alß ob er der Daradiridatumtarides wäre
By Arno Holz
Written 1883-01-01 - 1883-01-01
Petrarcha schlich zu Lauren
Rosander küßt Rosauren
mich kan man stäts nach Zehn
bey Basimenen sehn.
Die Brüstgens sind ihr beyde
auß ohnbeschmuzzter Kreyde
ihr Glantz for meinen Sinn
sticht alle Sterne hin.
Ihr Pärlemutter-Rükken
erfüllt mich mit Entzükken
auch nimbt mich for sie ein
ihr wohl formirtes Bein.
Nur zäuberische Worte
haucht die Rubinen-Pforte
darmit geht sie mir zahrt
ümb meinen Zihgen-Bahrt.
Ein halbes Viertel-Stündgen
lustirt mich so ihr Mündgen
sordan reisst es mich fort
an einen andren Ort.
Am Bandelir die Zitter
zih ich für manches Gitter
denn einer gantz allein
kan ich nicht freundlig seyn.
Die Gässgens auff und nihder
erschallen meine Lider
singt doch sälbst meiner Treu
der grüne Bapegoy.
Wenn eine recht gefüglig
ist mir das schon genüglig
doch wenn sie nach mir brennt
so fühl ich mich content.
Mit silbrenen Galaunen
säzz ich sie in Erstaunen;
das Wämbstgen das mich zihrt
ist dikk mit Gold brodirt.
Kombt wer mir in die Qwere
dan hat ihn gleich auff Ehre
der alte Gözze Baal
der Hellen-General!
Durch Fehder Filtz und Krempe
stoß ich ihm meine Plempe
von jeder Löffeley
mach ich ihn durchauß frey!
Die bleich verstellte Frazze
beschnoppt ihm Hund und Kazze
ich dreh mich nicht mal um
Hertz-Bruder du bleibst stumm!
Mit Trekk statt mit Bomade
besprüzzt biß an die Wade
bey Mahoms Alcoran
darzu bün ich der Mann!
Mein ohnverstelltes Wesen
ist nicht for Fehder-Lesen
noch nie hab ich die Nacht
mit Schnarchen zugebracht!
Drey Duzzend Göldne Gulden
mach ich dagdäglich Schulden
drümb kom mir keiner nah –
Morbleu wer huhstet da!