Er dancket Silvien vor ein Affections- Band.

By Johann Georg Gressel

Ich stell mich Silvia, daß ich die Zahlung sey

Weil meine Armuth dir sonst nichtes bieten kan

Mein Unvermögen zündt nur schlechte Kräuter an

Es schenckt

Statt rarer Specerey und reinen Weyrauchs-Flammen

Dis Opffer wirst du nicht

Weil es ein treuer Knecht auf deinem Altar streut

Der sich mit Leib und Blut zu deinen Diensten weyht.

Der vor erzeigte Gunst sich deinen Sclaven nennt

Dem dein geschencktes Band die Ketten angelegt

Die er als einen Schmuck auf seinen Hertzen trägt

Das Band daß er sich selbst aus Blödigkeit mißgönnt;

Weil dessen Kostbarkeit auch Cronen überwieget

Und mehr als gläntzend Ertz aus

Denn wenn gantz

Und güldne Berge zinst so ist dein Band doch werth

Daß ich den gelben Koth der Erden Uberfluß

Den Ursprung mancher Angst wie leichtes Spreu verschmäh

Wenn ich nur die Person die mirs geschenckt anseh’

Von deren Hand ich Glas vor Perlen küssen muß

Die ich in allem Thun zu meinen Nord-

Und eher Könige als ihr Gebot verletze

Weil jener nur den Leib nicht mein Gemühte quält

Sie aber und ihr Haß so Leib als Geist entseelt.