Er entsaget ihrer liebe.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Entbrich der fessel dich und fleuch den falschen wahn

Daß Roselinda sey vor göttlich mehr zu schätzen

Nicht laß dich ihren kuß so wie vorhin ergötzen

Es ist nunmehr um sie und ihren ruhm gethan

Weil auch ein sclave selbst sich ihr gebrauchen kan

Und seinen schlechten mund an ihre lippen setzen:

Du must sie warlich ietzt aus seel und geiste ätzen

In dem ihr schnöder fuß betrit die laster-bahn.

Es weicht der purpur selbst von den bekandten lippen

Es flieht der marmor weg der doppelt runden klippen

Schau wie sich noth und spott ihr zur gefärtin macht!

Die tuber-rosen sind von wespen angestochen;

Es ist der siegel-ring der keuschheit ihr zerbrochen.

Mit einem wort: sie hat ein kind zur welt gebracht.