Er entschuldiget sich bey dem Frauen-Zim- mer wegen seiner Unbeständigkeit.
Hoch werthes Jungfern-Volck ihr Lust-Gebährerinnen
Jhr Kinder des Gelücks ihr Schmuck der gantzen
Welt
Der welcher eure Pracht nicht recht kan Lieb-gewinnen
Vor eurem Sieges-Thron in höchster Demuth fällt.
Er beichtet seine Schuld er schilt auf sein Verbrechen
Sein böses Wesen ist ihm übermässig leid
Doch kan er euch dabey nicht Besserung versprechen
Weil ihm in Wege steht die Unbeständigkeit.
Mein Hertze wird zwar wol von euren Pracht gerühret
Es scheint als wäre ich in euren Schmuck verliebt
Doch wenn man mich alsdann zur lichten Sonnen führen
So zeigt sich daß mein Hertz nur falsche Stellung giebt.
Ich bin mir selbsten gramm ob diesen bösen Wesen
Ich fluche aufs Geschick das mich nicht lieben läst.
Hat heute gleich mein Hertz was Liebes auserlesen
Das flieh ich morgen schon als wär es Gifft und Pest.
Vertumnus kan sich nicht so bald und viel verkehren.
Als mir mein Wanckelmuth was frisches lieben heist
Dieselbe die ich früh muß über göttlich ehren
Vor Abend offt mein Geist von ihrem Throne schmeist.
Das Meer so stille ist und spielt mit sanfften Wellen
Erhebet nicht so bald die ungestühme Fluth
Als wie mein Wanckelmuth mein Lieben kan verstellen
Und setzen das in Pein was in der Lust geruht.
Das Thier
Ich schäme mich darum daß ich so schwermisch bin
Der Unbestand des Monds kan meiner Art nicht gleichen
Es überwieget ihn mein unbeständger Sinn.
Des
Auch meinem Wanckelmuth nicht im geringsten gleicht
Der bin ich jetzo hold und jene laß ich schlendern
Dem Augenblick schon dort mein Hertz die Seegel streicht.
Dis ist Hochwertheste was meine Sinnen quählet
Was mich in Kummer setzt was meine Brust veracht.
Macht doch Annehmlichste daß mich ein Stern beseelet
Der gegen euren Schmuck mein Hertze brennen macht!
Ich wünsche mir gar offt ein heiß verliebtes Hertze
Wenn eine schöne Hand mir meine Finger drückt
Doch dieses ist alsdann mein allergrößter Schmertze
Daß sich mein Stellen nicht zu ihren Flammen schickt.
Ach Engels zürnet nicht verspahret eur Verdammen
Vielleichte ändert sich mein Hertze mit der Zeit
Und ich bequehme mich zu nehren
Wenn meine Wanckelmuth wird zur Beständigkeit.