Er freut sich/ daß es Herbst ist

By Arno Holz

Written 1883-01-01 - 1883-01-01

Der flekkichte Oktober

hat alles bundt vermahlt

mit Öpffeln auß Zinober

die reiffe Ceres brahlt.

Sylvan füllt seine Schläuche

Mercur mänckt Pflaumen-Brey

schon schallt durch Pusch und Sträuche

Dianens Jagd-Geschrey.

In solchen süssen Tagen

Hertz-werthe Brüder ihr

füllt man sich biß zum Kragen

die Haut voll Malvasir.

Das Mässergen kricht Scharten

und fast geht man entzwey

bey Schweinernem mit Schwarten

bei Stokk-Fisch und Salbey.

Mirtyllgen süsse Taube

kom däkke uns den Disch

in dihser Purpur-Laube

noch sind wir jung und frisch.

Noch krächtzen nicht die Raben

wormit Saturn uns dräut

noch kräfftgen uns die Gaben

die uns Vertumnus beut.

Lyäens Trauben blincken

kein Finger dhut uns weh

bey schön beräuchten Schincken

darzu waß Späkk-Gelee.

Fast mehr alß Florens Rohsen

erfreun itzt unsern Sinn

Pomonens Appelkosen

mit ihren Grübgens drin!

Wir lassen nichts verderben

wir geben kein Qwartir

und frölig müssen sterben

drey Gläsgens oder vier.

Und brommts uns gleich im Köpffgen

daß ist uns einerley

nur bitte ja kein Tröpffgen

Maul-ab und neben-bey!

Moseller und Veltliner

zu allem jauchtz ich Ja

Rosazer Marziminer

Tokay und Mallaga.

Nur blohß kein Knikke-Peter

wenn alle Vivat schreyn

zu Libers Sauff-Corneter

würd ich wie paßlich seyn!

Bald ist itzt wohl gelitten

die göldne Märtens-Gantz

Oliwckens Kappern Qwitten

stopfft man ihr untern Schwantz.

For Wilt-Prätt und Basteten

ist dan die rächte Zeit –

laßt andre knien und beten

ich daumle allbereit!