Er ist Eyfersüchtig.

By Johann Georg Gressel

Verdammte Eyfersucht du Hencker meiner Seelen

Was plagst du mich so sehr? halt ein mit deinen Quälen

Du Bild des herben Tods du Gallen-schwanger Frucht

Was plagst du mich so sehr verdammte Eyfersucht?

Aus

Die Frucht der süßten Blüth’ ist Höllisches Betrüben

Wie! daß dein Schlangen-Maul mir Geist und Hertze trifft?

Verdammte Eyfersucht aus

Du Kind der düstern Nacht du Vorschmack von der Höllen

Dein

Du Mord Geist dessen Quaal mich rasend hat gemacht

Aus

Du Hencker süsser Huld du Blend-Werck meiner Augen

Das mir aus Rosen läßt

Und meinem Hertzen raubt so Hoffnung als Gedult

Du Kind der düstern Nacht du Hencker süsser Huld.

Vermaledeyte Wuht du Folter-Banck der Sinnen

Soll ich einst über dich die Ober-Hand gewinnen

Und werd’ ich ruhig seyn wenn fliest des Feindes Blut?

Du Hencker süsser Huld vermaledeyte Wuth!

Die meiste Quaal ist hin wenn sich mein Muth gerochen

Denn folgt das Oster-Fest auf meine Marter-Wochen

Und ich bin schon vergnügt wenn ich gerochen bin

Vermaledeyte Wuth! so ist die Quaal meist hin.