Er ist in sie noch hefftiger verlihbt/ alß in Amaryllis
By Arno Holz
Written 1883-01-01 - 1883-01-01
Arsinoe du schöne Dokk
im gelb und Himmel-blauen Rokk
gläubstu daß macht mich nach dir kranck
blohß weil dein Leib so Dannen-schlanck?
Du durchauß unverschehmbtes Thier
wer fragt nach dir?
For dihsen Krantz hihr ümb mein Haupt
steht Febus sälber fast entlaubt
auff meine Lider lauscht entbrannt
gantz Lieff-Teutsch-Holl- und Enge-Land.
Kein Pindar zwang so kein Virgil
sein Säyten-Spihl!
Schon mehr alß Eine dhat wie du
zum Schluß lieff sie mir brünstig zu;
ein Leichtrichin und dreyn ein Licht
for nasse Seufftzer bün ich nicht.
Ich weiß es drümb und weiß es doch
du kombst mir noch!
Zerbleicht auch gleichsahm deinen Glantz
kein bundt-beaugter Pfauen-Schwantz
noch steinerner alß blohß auß Stein
wie adamanten werd ich seyn.
Für meine Kniee sonder Sinn
brichstu dan hin!
Mord-schwere Noht! Bozz Blizz und Bein!
Bün ich dein Hündgen Liberlein?
Ich spei dir mitten ins Gesicht:
Steh auff dreh ümb ich bräuch dich nicht!
An jedem Finger baumeln mir
zum mindsten zwihr!
Itzt fast noch blaß itzt wihder roht
lebendig bistu dan schon dodt
und traumst in jeder schwartzen Nacht
waß Jupiter mit Juno macht
indeß an deiner Kammer-Dhür
kein Riegel für!
Stihlt dan mein Lümmel Cypripor
sich schlau biß für dein Rohsen-Dhor
dan kanstu matt für süsser Pein
nicht mehr von ihm entsondert seyn
und lenckst ihn ins gelohbte Land
mit eigner Hand!