Er nimmt von ihr Abschied.

By Johann Georg Gressel

Margenis mein Licht und Leben!

Nun muß es geschieden seyn

Jetzo muß ich Abschied geben

Bringt es gleich so grosse Pein.

Mein Verhängniß heist mich scheiden

Ich muß euch meiden

Ach die Stunde bricht schon ein.

Doch gedult wer kan das wenden

Was das Schicksahl haben will

Man muß ihm an allen Enden

Unverweigert halten still

Endlich wird es sich bedencken

Und meinen Kräncken

Gleichfals setzen Maaß und Ziel.

Du bist stets mein Trost gewesen

Mein Ergötzen meine Lust

Jetzt ist nichts denn Angst zu lesen

In der hart beklumnen Brust

Was ich höchlich sonst begehret

Und mit verehret

Bleibet mir nun unbewust.

Muß mein Leib gleich von dir reisen

Meine Seele bleibt bey dir

Deine Schönheit wird sie speisen

Mit Ergötzung nach Begier.

Muß ich gleich die Lippen missen

Will ich doch küssen

In Gedancken deine Zier.

Gute Nacht geliebte Seele

Gute Nacht mein Engels-Bild

Wenn ich mich mit Kummer quähle

So sey deine Brust erfüllt

Stets mit Lust und frohen Sachen

Die gar bald machen

Daß die Traurigkeit sich stllit,