Er schenckt ihr beym spiele sein hertze und auff befragen: was sie gern mit füss...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die stoltze Phillis tritt mein hertze nur mit füssen

Sie wirfft ihm gallen-tranck statt rosen-zucker für;

Es sucht zwar sonnenschein doch find es nacht bey ihr

Denn ihre blicke sind ihm lauter finsternißen.

Mein hertze das ich doch ihr zum geschencke bot

Wird itzt so freventlich in schimpff und spott gerissen!

Das sie als göttin ehrt muß gar zu peinlich büssen

Und wider alle schuld erleiden schmach und todt.

Ach! Phillis lohnstu so die treue deiner knechte?

Ist diß der süsse danck den deine gunst verspricht?

Nein! Phillis solcher huld und liebe mag ich nicht

Und diese grausamkeit laufft wider alle rechte.

Ein hertze das sich giebt mit allem was es hat

Ein hertze das bereit die gantze welt zu lassen

Welch unmensch könte doch ein solches hertze hassen

Und thun wie du gethan dergleichen frevel-that?

Welch löwe steht so fest auff seinem steiffen willen?

Welch tieger nimt wie du so wenig sanfftmuth an?

Wer wehlt doch fleisch und blut zu seiner wollust bahn

Und sucht da süsse lust wo nichts denn thränen qvillen?

Au weh! mein hertze schreyt! tritt Phillis nicht zu hart

Es wird gantz gerne sich nach deinem fuß bequemen

Ich weiß du wirst ihm ja nicht itzt das leben nehmen

Das ihm doch ehermahls durch dich erhalten ward.

Gib Phillis gib doch nach mein hertze läst sich beugen;

Du siehst ja wie es sich nach deinem willen hält;

Wiewol du hörst mich nicht: thu dann was dir gefällt.

Tritt zu! mein hertze kan auch bey der marter schweigen.