Er siht sich am andern Morgen im Spihgel
By Arno Holz
Written 1883-01-01 - 1883-01-01
Pärle aller Sauff-Studenten
da bekükk dir deinen Flauß!
Seine göldnen Posamenten
herbergt lengst das Jüden-Hauß.
Ab-gedreten die Kalöschen
die Barukke sizzt für qwer;
gestern noch an sechzehn Gröschen
heute keinen Heller mehr.
Und darzu dan noch dihß Bromsen
alß ob nichts wie Mukken somsen!
Weck verfluchter Bachus-Safft
von itztab bün ich dugendhafft!
Allzu willige Bluminde
bitte schleuß dich nicht mehr auff
weil ich mir dir itzt entwinde
denn nunmehro huhst ich drauff.
Ach man muß euch Kindgens kännen
Amor ist ümbsonst nicht blind;
die wie rohtes Feuer brännen
noch die allerzährtsten sind.
Nachts wie die Boeten fabeln
reutten sie auff Ofen-Gabeln!
Weck verfluchte Venus-schafft
von itztab bün ich dugendhafft!
Pallas dein belohbter Name
hellt wie dröstend mir den Sinn;
du bist noch die eintzge Dame
der ich gantz ergeben bin.
Nur mit dir noch zu scharmiren
halt ich rächt for meinen Zwökk;
Kögel-spihlen Billjardiren
kömbt mir für wie Teuffels-Drökk.
Noch die spähtsten Folge-Zeiten
werden mir drümb Ruhm bereiten!
Waß man auch dargägen klafft
von itztab bün ich dugendhafft!