Er verehret die schwartzbraune Statire.

By Johann Georg Gressel

Du Göttinn meiner Brust;

Strahlen die die Sonne machet

Wenn sie an dem Himmel lachet

Die sieht man an mit Lust;

Denn ihre Gluht und angenehme Schöne

Den Augen gleicht nach welchen ich mich sehne.

Das schwartze krause Haar

Mit den Augen ist verschwistert

Deren Pech die Nacht verdüstert

Wenn sie befloret war.

So wie der Blitz den schwartz Gewölcke heget

So auch dein Strahl die Hertzen niederschläget.

Die angenehme Nacht

Macht die braunen Wolcken siehen

Dran die Sternen sich erhöhen

Mit ungemeiner Pracht

Daß sie den Geist durch ihre Zier entzücket

Wenn er die Lufft so angenehm erblicket.

So auch

Du ihr gleichende

Die ich stets im Hertzen führe

Entzückend machst entzündt.

Die braune Nacht die Schönste dich bekrönet

Das helle Licht der weissen

Ein weisses Kind ersehn

Macht nicht gleich die Hertzen brennen

Aber schwartzen Strahlen können

Nicht leicht wir widerstehn.

Des Tages-Schein den weissen

Der vor der Nacht der braunen Schönen weichet.

Die schönen Augen sind

Bey dir gleich dem größten Wunder

Jhr Schwärtze ist der Zunder

Der Hertz und Seel entzündt:

Sie sind die Nacht und leuchten doch wie Sonnen

Weil

Der schwartze

Wird mit grosser Müh gebrochen;

Gold muß man aus Schlacken kochen

Die gleichfals dunckel seyn;

Und dennoch sind sie hoch und werth geachtet

Daß jedermann sie zu besitzen trachtet.

So steigt man auch mein Kind

Nach den Kirschen in die Höhe

Auf des Baumes schlancke Jähe

Die da erschwartzet sind;

Weil ihre Frucht viel süsser und gesunder

Als die so da im Schatten sind darunter.