Er verlustirt sich über die kleine Kloris
By Arno Holz
Written 1883-01-01 - 1883-01-01
Die kleine Kloris wollte
oho!
daß ich sie küssen sollte
soso.
Das Mihder stund ihr offen
oho!
so hatt ich sie bedroffen
soso.
Im Lazz die beyde Schlehen
oho!
kunt ich ihr grade sehen
soso.
Darzwischen stach dem Mäußgen
oho!
ein kleines Nelcken-Sträußgen
soso.
Ihr Mund auff meinem jukkte
oho!
worbey sie nicht mahl zukkte
soso.
Du lihber lihber Junge!
oho!
Sie biß mir auff die Zunge
soso.
Nicht Indjens Pärlen-Pläzze
oho!
dauscht ich for solche Schmäzze
soso.
Darbey so kam mein Finger
oho!
ihr an die beyde Dinger
soso.
Sie waren brall wie Zwettschen
oho!
ich hub sie an zu knettschen
soso.
Da kunte sie's nicht lassen
oho!
mich gleich-falls zu ümbfassen
soso.
Gern sah ich solche Driebe
oho!
schon rein aus Menschen-Liebe
soso.
Was nüzzen mir wo Beeren
oho!
wenn andre sie verzehren
soso.
Flinck glitt ich rischel-ruschel
oho!
ihr in die Purpur-Muschel
soso.
Ümb mich in ihre Gaben
oho!
rächt innig zu begraben
soso.
Erst dhat sie wie Dorinde:
oho!
„Nein wie ich sowaß finde!“
soso.
Doch bald so kunt ich spühren
oho!
ihr wonnigliches Rühren
soso.
Die Läden draussen knarrten
oho!
sie wusste hundret Arten
soso.
So zekkten sich nicht Spazzen
oho!
so lihbten sich zwo Razzen
soso.
Cupido wikkel-wakkel
oho!
Cupido hihlt die Fakkel
soso.
Biß Titan wihder strahlte
oho!
und uns mit Goldt bemahlte
soso.