Er verzweiffelt.

By Johann Georg Gressel

Donner Hagel Blitz und Wetter

Spielt auf meine Scheitel zu

Findt sich doch kein ander Retter

Der mich setzen mag in Ruh.

Donner Hagel Blitz und Wetter

Schmeist den Geist nur in die Grufft

Auf ihr schwartzen Höllen Götter

Holet mich in eure Klufft.

Mein Gemühte ist verwirret.

Die Gedancken sind verstöhrt

Mein Geist in der Noht verirret

Meine Freude ist verzehrt.

Mein Gemühte ist verwirret

Lauter Angst erfüll’t die Brust

Und das Pein-Gespenste schwirret

Mit den Fesseln durch die Lust.

Meine Pein wird täglich grösser

Und mein Unglück wird vermehrt

Wo sind doch die Hoffnungs-Schlösser?

Jhre Lust ist nun verstöhrt

Meine Pein wird täglich grösser

Mein Schmertz findt kein Ende nicht

Mir wird auch nicht eher besser

Bis der Tod das Hertze bricht.

Drum ihr

Holet mich ins schwartze Grab

Komm’o Tod du starcker Meister

Kürtze meinen Jammer ab.

Drum ihr

Bringet meinen Geist zur Ruh

Mein Verhängniß wird sonst dreister

Und mein Unglück nimmt noch zu.

Falsche Liebe deine Netze

Ziehen ins Verderben ein

Und

Müssen meine Henckers seyn.

Falsche Liebe deine Netze

Sind der Ursprung meiner Quaal

Und des Busens Zauber-Plätze

Leiten mich in

Aber ach! ihr bleibt zurücke

Geister Furien und Blitz

Drum mein Geist den Dolchen zücke

Und den Lebens-Safft versprütz’.

Aber ach! ihr bleibt zurücke

Längst erwünschte Lust und Ruh

Jhr beweißt auch falsche Tücke

Meine Noht nimmt durch euch zu.

So

Eure Schönheit tödtet mich

Ob ich mich gleich selbst verderbe

Durch den kalten Dolchen-Stich.

So

Seht mein letztes Röcheln an

Wenn ich Bey-Leyd denn ererbe

Ist mein Sterben wohlgethan.

Recht nun dringt die scharffe Schneide

Durch die Adern in die Brust.

Auf mein Geist auf! auf und scheide

Durch die Wunde fort mit Lust.

Recht nun dringt die scharffe Schneide

In den Brunn der Adern ein

Seht

Webet euer Grausahm-seyn.