Er wil eine harte Schöne beständig lieben.
Das ist der Schluß den ich bey mir gefaßt
Daß euch mein Hertz beständig soll verehren:
Und bin ich gleich mein Engel euch verhaßt
So soll eur Haß doch meine Gluht nicht stöhren.
Die Hoffnung rufft mir diesen Trost noch zu
Es kommt die Ruh.
Es kommt die Ruh eh man es offt vermeynt
Ja! wenn ein Sturm mit Blitz und Donner wittert
Von ferne schon die güldne Sonne scheint
Die das belebt was vor Verjagniß zittert.
Wer nur getrost erträgt ein kurtzes Leid
Der wird erfreut.
Der wird erfreut der unermüdet hofft
Daß seine Quaal sich wird in Lust verwandeln
Das Glücke bricht hervor indem wir offt
Aus Ungedult mit Tod und Sterben handeln.
Ein feiger Muht nennt auch sein Glücklich-seyn
Nur Angst und Pein.
Nur Angst und Pein in seiner Liebe sehn
Ist schon genug ein Hertze abzuschrecken.
Ich aber wil dennoch beständig stehn:
Die Wetter die eur Antlitzt jetzt bedecken
Sind schon vorbey wenn mein getreuer Geist
Beständig heist.
Beständig heist die Liebe mir zu seyn;
Ich will ihr auch stets zu Gefallen leben:
Eur Zürnen und eur ungerechtes Nein
Kan meiner Gluht nicht immer widerstreben
Ich sehe schon wie mich dis Wort erquickt
Du wirst beglückt.
Du wirst beglückt treu-doch gequähltes Hertz
Sie hasset dich um dich nur zu probiren
Erdulde nur den angenehmen Schmertz
So wird dich bald die Sieges-Krone ziehren:
Schau wie ihr Mund in dem er dich veracht
So artig lacht.
So artig lacht ein holdes Glück mich an:
Bey Rosen muß man nicht die Dornen scheuen.
Wer niemahls nicht was Rühmliches gethan
Dem wird man nicht Altar und Tempel weyhen.
Wer tapffer kämpfft und die Gefahr verhöhnt
Der wird gekröhnt.
Der wird gekröhnt mit einem Myrthen-Krantz
Der immerfort treu und beständig liebet
Er führt zuletzt sein Engel-Bild zum Tantz
Obs schon vorher viel saure Blicke giebet:
So dann erquickt ihr angenehmer Kuß
Das ist der Schluß.