Er wil eine harte Schöne beständig lieben.

By Johann Georg Gressel

Das ist der Schluß den ich bey mir gefaßt

Daß euch mein Hertz beständig soll verehren:

Und bin ich gleich mein Engel euch verhaßt

So soll eur Haß doch meine Gluht nicht stöhren.

Die Hoffnung rufft mir diesen Trost noch zu

Es kommt die Ruh.

Es kommt die Ruh eh man es offt vermeynt

Ja! wenn ein Sturm mit Blitz und Donner wittert

Von ferne schon die güldne Sonne scheint

Die das belebt was vor Verjagniß zittert.

Wer nur getrost erträgt ein kurtzes Leid

Der wird erfreut.

Der wird erfreut der unermüdet hofft

Daß seine Quaal sich wird in Lust verwandeln

Das Glücke bricht hervor indem wir offt

Aus Ungedult mit Tod und Sterben handeln.

Ein feiger Muht nennt auch sein Glücklich-seyn

Nur Angst und Pein.

Nur Angst und Pein in seiner Liebe sehn

Ist schon genug ein Hertze abzuschrecken.

Ich aber wil dennoch beständig stehn:

Die Wetter die eur Antlitzt jetzt bedecken

Sind schon vorbey wenn mein getreuer Geist

Beständig heist.

Beständig heist die Liebe mir zu seyn;

Ich will ihr auch stets zu Gefallen leben:

Eur Zürnen und eur ungerechtes Nein

Kan meiner Gluht nicht immer widerstreben

Ich sehe schon wie mich dis Wort erquickt

Du wirst beglückt.

Du wirst beglückt treu-doch gequähltes Hertz

Sie hasset dich um dich nur zu probiren

Erdulde nur den angenehmen Schmertz

So wird dich bald die Sieges-Krone ziehren:

Schau wie ihr Mund in dem er dich veracht

So artig lacht.

So artig lacht ein holdes Glück mich an:

Bey Rosen muß man nicht die Dornen scheuen.

Wer niemahls nicht was Rühmliches gethan

Dem wird man nicht Altar und Tempel weyhen.

Wer tapffer kämpfft und die Gefahr verhöhnt

Der wird gekröhnt.

Der wird gekröhnt mit einem Myrthen-Krantz

Der immerfort treu und beständig liebet

Er führt zuletzt sein Engel-Bild zum Tantz

Obs schon vorher viel saure Blicke giebet:

So dann erquickt ihr angenehmer Kuß

Das ist der Schluß.