Er zürnet mit sich daß er so wanckelmütig.

By Johann Georg Gressel

Wo denckt ihr hin ihr flüchtigen Gedancken?

Welch Unbestand nimmt euch ihr Sinnen ein?

Heist dieses wol treu und beständig seyn?

Bald hie und denn bald dort hinaus zu wancken.

Was nützet euch die falsche Heucheley?

Wie! wenn ihr lieben wolt so liebet treu.

So liebet treu mein Glück ist noch verhanden

Das Wetter so ihr Antlitz überzieht

Wird nicht beständig seyn ihr Zorn entflieht

So schleunig als er bey dir ist entstanden

Geduldet euch nur eine kleine Zeit

So wird zum Ende seyn euer hartes Leid.

Eur hartes Leid wird sich in Lust verkehren

Bey Rosen lassen sich die Dornen sehn

So kan man auch nicht stets auf Sammet gehn

Die Liebe will nicht immer Lust verehren

Zuweilen sie auch scharffe Salsen giebt

Und prüfet uns ob man beständig lieb’t

Beständig liebt ein recht verliebtes Hertze

Es wancket nicht ob schon ein Sturm entsteht

Wenn alles neben ihm zu Grunde geht.

So brennet doch in ihm die Liebes-Kertze

Die keine Noht wie groß sie ist ausbläßt

Bis daß den matten Leib der Geist verläst.

Der Geist verläst offt eh des Leibes-Höle

Als daß er seine treue Liebe bricht

Wohin man einst den steiffen Sinn gericht

Dahin verlanget immerfort die Seele

Ich fühle auch das angenehme Strick

Das nach

Nun zieht zurück bleibt immer fort beständig

Der Sieger wird erst nach der Schlacht gekröhnt

Wer sich recht nach dem Sieges-Krantze sehnt

Den machet nichts von seinem Zweck abwendig.

Weil ich nun auch ein

So flieht die Meuterey wo denckt ihr hin?