[Erhöre mich/ wenn ich mit Seuffzen vor dich trete]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Erhöre mich wenn ich mit Seuffzen vor dich trete

GOTT meiner rechten Sach ein Gott

Der du mich tröst in Angst und Noth

Sey mir genädig und erhöre mein Gebete.

Wie lange werdet ihr noch spotten meiner Ehren

Ihr stoltzen Herren dieser Welt

Die Eitelkeit gefangen hält

Und die ihr euch so gern die Lügen last bethören.

Erkennet daß der Herr durch wunderliche Wege

Doch allemahl zum Besten führt

Die er von reinem Hertzen spürt

Der Herr erhört wenn ich ihn anzuruffen pflege.

Betrübet euren Geist der Bösen Wohlergehen

Die offt den Rosen gleiche blühn

So murret doch nicht wider ihn

Und lernet seinem Creutz und Prüfung stille stehen.

Ermahnet bey der Nacht auff eurem Thränen-Bette

Das Hertze zur Geduld im Leid

Befleißt euch der Gerechtigkeit

Und glaubet daß der Herr die auff ihn traun errette.

Viel sagen solt uns der was Guttes können weisen

Dem selbsten Hülff und Rath gebricht.

HERR wend auff uns dein Gnaden-Licht

Daß wir und alle Welt dein' Hülffe müssen preisen.

Es mag die falsche Schaar viel Wein und Korn besitzen:

Mein Schatz und meine Lust bist du

Ich lieg und schlaff' in stiller Ruh

Weil mich der Höchste will vor allem Unfall schützen.