Erill

By Friedrich von Hagedorn

Written 1731-01-01 - 1731-01-01

Wir wissen, daß Erill nie günstig denkt noch spricht:

Zum Beifall bringen ihn Geist oder Sitten nicht.

Es gleiche noch ein Herz, mein Wilckens, deinem Herzen,

Ein Witz selbst Rab'ners Witz in seiner Kunst zu scherzen;

Besitzet, könnt' es sein, zum schönsten Eigenthum,

Des Leibnitz Wissenschaft und unbegrenzten Ruhm;

Euch mögen Tugenden, Verdienst' und Glück erheben:

An jedem Vorzug wird sein Biß, sein Geifer kleben.

Man nenn' ihn, wie man will, stolz, neidisch und vergällt:

Ich nenne den gestraft, dem keiner wohlgefällt.