Erinnerungen.
Komm, Schwester meines Herzens,
Lass von des
Uns staunend in die Ferne,
Ins Ungemessne sehn.
Sieh wie im Abendschimmer,
Von dunkler Fluth umkränzt,
Dein mütterliches Eyland
Uns hold entgegen glänzt.
Sieh, sieh im Kranz der Berge
Die Stadt, die dich gebar;
Dich, Schwester, und das Mädchen
Mit goldbestäubtem Haar.
Am donnernden Visurgis
Wallt, die ich meine, nun;
Und Friede soll und Tröstung
Auf ihrer Scheitel ruhn.
Wo rauscht ihr, heil'ge Hayne,
Wo ich im Mondenblitz
Und Sterngedämmer schwärmte,
Ihr Hayne
Mir hat in euren Schatten
Urania sich verklärt,
Hat mir in ernsten Nächten
Manch hohes Lied gelehrt.
Sieh, sieh im fernen Süden
Die Berge
In jener Berge Schründen,
In jener Waldnacht Graun,
Im Rund der Hünenmale,
Wo Hirsch und Hindinn gras't,
Hab' ich im Stolz der Jugend
Der Monden viel verras't
Wo glänzen deine Wellen,
Friedsel'ger
An dessen Kalmusufern
Ich sinnend wandelte,
Wo ich der
Und
Und lauschend ihren Tönen
Von allem Harm genass.
Wo säuseln deine Pappeln,
Kleeduftend
In dessen Thymiangründen,
Der Einfalt stillem Sitz,
Ein blödes Mägdlein sprosste,
Das schüchtern mich umschlang,
Und liebend mir verschönert
Den rauhen Lebensgang.
Sieh dort, am Saum des Osten,
Umschürzt vom Ozean
Hebt
Titanisch mondhinan.
Wohl seyd ihr,
Hoch Seelow's Wolkenheerd,
Gewalt'ge
Wohl unsers Preises werth.
Doch werther noch des Preises
Ist euer Schwesterland,
Wo nach verklungnen Stürmen
Ich süssen Frieden fand.
Hast du nicht, stilles
Des Schwärmers Geist gezähmt,
Und seine Kraft gezügelt,
Und seinen Trotz gelähmt?
Sey mir gegrüsst im Liede,
Vertraulich Uferland!
Geheime Kräfte walten
An deinem öden Strand.
In deinen Uferschründen
Wohnt namenlose Ruh,
Und Stein und Staud' und Welle
Spricht mir vertraulich zu.
Dort wo umschäumt
Die Brust den Wogen beut,
Schaut glanzberauscht das Auge
In die Unendlichkeit.
Erhabnes Ahnen schwellet
Des ernsten Schauers Brust,
Und Hohngelächter däucht uns
Der Erde Schmerz und Lust.
Dort, wo am flachern Strande
Die Welle leiser grollt,
Wallt, Schwester, unsre Traute,
Umglänzt von Hespers Gold.
Schürzt, Zephyrs, eure Hüften,
Bringt ihr Mariens Kuss.
Rollt rascher, rege Wellen,
Rauscht ihr des Dichters Gruss.
Dort wo aus Espenwipfeln
Begeistrung niederbraust,
Wo güldne Träume gaukeln,
Und süsse Schwermuth haust;
Dort üb' ich schöne Pflichten,
Und pfleg' erhabner Ruh;
Dort schleusst mir einst die Wimper
Der Horen schönste zu.
Auch schläft im Ring der Weiden
Schon ein holdselig Paar.
Es schläft mein süsses Mägdlein
Mit Augen sternenklar.
Es schläft zu
Mein freundlicher
Schlaft, Lieblinge. — Bald säuselt
Auch uns die Palm' am Ziel!
Auf Schwester meines Geistes!
Die Sonne sank ins Meer.
Schwer wälzt der Sturm und grollend
Die düstre Fluth daher.
Verwehte Wolken trüben
Des Himmels Lasurblau,
Und Inseln und Gewässer
Umflort ein neblicht Grau — — —
O Insel meiner Liebe,
O Heimath meiner Ruh,
O Amme meines Geistes,
Gedeih' und grüne du,
Bis du am Tag der Tage
Wie Gold im Ofen glühst,
Und einst, ein schön'res Eden,
Aus Schlack und Asch' erblühst.