Erklärung der lateinischen worte, so zu Liegnitz in der Piastischen grufft unter...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Verlaßne Fürstin! ach! dein Hertzog ist dahin!

Ich schau’ es allzuwohl, daß ich gantz einsam bin.

O himmel! solt’ ich mich nun nicht zu tode weinen?

Denn wann die sonne stirbt, wie kan der monde scheinen?

Schaust du nicht, wie dein sohn die nacht der einsamkeit

Durch seiner tugenden erlauchten glantz zerstreut?

Ein printz, wie dieser ist, kan auf den trauer-bühnen

Auch seiner mutter wohl vor eine sonne dienen.

Alein es folgt dein sohn dir in das sternen-dach,

Mein Vater und mein Fürst! selbst auf dem fusse nach;

Doch, Hertzogin! getrost! sind wir nicht mehr auf erden,

So wird dir Leopold zu einer sonne werden.

O Düstre finsterniß! Der hoffnung stern und licht

Ist leider ausgelescht! Ach! hilfft der himmel nicht,

Und läßt in dieser nacht mir eine sonne scheinen;

So muß Charlotte sich gewiß zu tode weinen.