Erklärung deß Titelbilds

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Die Liebe nicht der Knab der lange Zeit verkürtzet

dem Blinden weist den Weg und seine Folger stürtzet

in Sünd und Höllenpful ich sage Gottes Lieb'

hatt' in dem harten Hertz deß Menscher schwachen Trieb.

Die hönigsüssen Wort die wunderreichen Lehren

vermochten nicht das Hertz zu weichen und zu kehren.

Der Hammer deß Gesetz führt einen starcken Schlag

doch blieb' es unverruckt in steter Sündenplag'.

Als diese Himmelslieb erstaunt nichts unterlassen

das diamantne Hertz auf manche Weis zu fassen

hat sie das wilde Fleisch in Drechsel eingespannt

und von der bösen Welt zu seinem Gott gewandt.

Das Creutz Rohr Nägel Band die Geissel Seul und Ruten

dient zu der Drechselbank und macht das Hertze bluten

das Creutz treibt dz das Rohr sich an den Bandẽ schwingt

und daß der scharffe Speer tieff in das Hertze dringt.

Was irrig irdisch ist muß auf die Erde fallen

was geist- und himmlisch ist gefället Gott vor allen.

Der wolgespitzte Speer geht durch das harte Hertz

er bringt in Schmertzen Freud' unn in der Freude Schmertz.

Er läst die Vberschrifft deß Creutzes so bemerket

daß es behäglich wird I.N.R.I.tz und Hitz gestärket.

In Iesus Namen Ritz Ist unser Wunden heil

Er ist deß Glaubens Grund und unser Stärke Seul'.

Er ist der uns betrübt und unsre Hertzen prüft

auf uns sein theures Blut auß grosser Liebe trieft.

Gib Jesu daß mein Hertzstets denk an deine Pein

so wird mir alles Leid voll Freud' erträglich seyn!