Ermunterung des Gemüths bei einem nebelichten und trüben Wetter.
Auf! ermuntert euch ihr Sinnen!
Ob die trüben Himmels-Zinnen
Gleich mit Nebel sind umhüllt:
Wer will gleich in Kummer weinen,
Wenn die trüben Tag erscheinen
Da die Lufft von Regen quillt:
Weil wir durch Erfahrung wissen,
Licht komt nach den Finsternissen.
Sonnenschein und milder Regen,
Beide bringen uns den Seegen,
Aus des gütgen Gebers Hand:
Aus des Herbstes neblicht Trauffen,
Wächst hernach noch mancher Hauffen
Frucht, auf dem besaamten Land:
Darum muß man in Vergnügen,
Trüber Tage Noth besiegen.
Was ist ein betrübtes Leben,
Das mit Wolken stets umgeben
Das mit Kummer, banger Noth,
Wie mit einem Dunst umsponnen,
Das ohn alles Licht der Sonnen?
Aerger als der bittre Todt,
Drum verfliegt ihr trüben Schatten,
Ich will mich mit Freude gatten.
Gott muß man mit frohen Mienen,
Mit zufriedner Seele dienen;
Jhm gefällt ohn allen Streit,
Ein solch Herze das nicht zaget,
Das sich nicht mit Grillen plaget.
Ruhige Gelassenheit
Du solt auch auf trüber Erden,
Lindern der Natur Beschwerden.