Es fegt so grimm kalt/ daß er mehr nur noch für seinen Ofen hokkt
By Arno Holz
Written 1883-01-01 - 1883-01-01
Itzo da der Winter meist
nichts wie Schnee und Hagel schmeißt
draut man sich auß seinem Hauß
kaum mit halber Nase rauß;
denn es sind uns sonst die Ohren
gleich gantz dikk mit Eyß befroren.
Drümb so sezzt man seinen Sinn
auff ein volles Wämbstrichin.
Eyer-Muhß mit Amber dreyn
schlingert man in sich hinein
und wie süß zum Koffe schmäkken
morgens itzt die Botter-Wäkken!
Karpen Stintckens Plötzckens Hächt
alles kömbt uns itzo rächt
Schüncken Wörste Sauer-Kraut
und waß man noch sonst verdaut.
Ingwergens und Citronaten
sind itzt gleichfalls wohl-gerathen.
Hat man dan genug gebappt
fühlt man daß man kaum mehr jappt
zihmbt ein Schlückgen Aqwa vit
weil man nicht den Kirch-Thurm siht.
Doch man weiß es ragt derselbe
noch ins obre Blau-Gewelbe.
Drauff so drukkt man Dorime
zährtlig auff das Canape
butzt ihr Schnuhtzgen und enthüllt
waß ihr brall das Mihder füllt;
denn man muß nach solchen Sachen
sich ein Mouvementgen machen.
Ihrer Äuglein flincker Lauff
fordert uns zum Spihlen auff
und sie kikkert und sie lacht
biß ihr pumps das Bältzgen kracht.
So nur kan man mit Behagen
Boreas ein Knüppgen schlagen!