[Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben

Ich schien fast meiner selbst nicht Sorg und Acht zu haben

Mein Unmutt-volles Haubt war von Gedancken schwer

Es irrten weiß nicht wo die Sinnen hin und her.

Was nicht zu ändern steht und man doch bessern solte

Was über Kräffte steigt und man doch zwingen wolte

Betrübte meinen Geist der Leib zugleich empfand

Wie das Gemütte nicht in seiner Ordnung stand

Und fühlte manche Last die auff dem Hertzen steckte

Als eine Mäyen-Post vom Queiße mich erweckte

Den unbedachten Schlaf dem ich ergeben blieb

Von so geraumer Zeit aus dem Gehirne trieb

Die Feder in die Hand den Wunsch ins Hertze spielte

Den nichts als alte Treu und Redligkeit erzielte:

Wer izt die Blumen zehlt seh auch der Früchte Lust

Dem Friede-Garten sey kein Winter-Sturm bewust!