[Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben]
Written 1672-01-01 - 1672-01-01
Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben
Ich schien fast meiner selbst nicht Sorg und Acht zu haben
Mein Unmutt-volles Haubt war von Gedancken schwer
Es irrten weiß nicht wo die Sinnen hin und her.
Was nicht zu ändern steht und man doch bessern solte
Was über Kräffte steigt und man doch zwingen wolte
Betrübte meinen Geist der Leib zugleich empfand
Wie das Gemütte nicht in seiner Ordnung stand
Und fühlte manche Last die auff dem Hertzen steckte
Als eine Mäyen-Post vom Queiße mich erweckte
Den unbedachten Schlaf dem ich ergeben blieb
Von so geraumer Zeit aus dem Gehirne trieb
Die Feder in die Hand den Wunsch ins Hertze spielte
Den nichts als alte Treu und Redligkeit erzielte:
Wer izt die Blumen zehlt seh auch der Früchte Lust
Dem Friede-Garten sey kein Winter-Sturm bewust!