Espenzweigelein

By Ludwig Achim von Arnim

Written 1806-01-01 - 1806-01-01

Hätt mir ein Espenzweigelein

Gebogen zu der Erden;

Den liebsten Bulen, den ich hab,

Der ist mir leider allzuferne.

Er ist mir doch zu ferne nicht,

Bei ihm hab ich geschlafen;

Von rothem Gold ein Fingerlein

Hab ich in seinem Bett gelassen.

Und da ichs da gelassen hab,

Will ichs auch wieder bekommen;

Und thun, als ob ichs bei mir hätt,

Und wär mir keinmal genommen.

Ja zwischen Berg und tiefe Thal

Da geht ein enge Straße:

Wer seinen Buhl nicht haben will,

Der soll ihn allzeit fahren lassen.

Scheid dich nit Herzensdöckelein,

Von dir will ich nit weichen;

Hab Andre lieber nit als mich,

Im Reich findt man nit dein's Gleichen.