Evas Haar

By Christian Morgenstern

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Als wie ein Feld, das erstes Licht ereilt,

sind deines Hauptes wunderblonde Wellen:

Ein sanfter Morgen scheint ihr Gold zu schwellen,

darauf der Sonne Auge zögernd weilt.

Nun flammt es auf, als käm' es Purpur malen, –

ist es der Mohn, der heimlich in ihm wohnt?

Doch wann der Abend naht mit kühlern Strahlen,

so ruht es wieder blaß, wie keuscher Mond.