Fidei-Commissarischer lezter Wille

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Mein Vater liebster Gott die Zeit kommt bald herbey

(Und ist vielleicht nicht weit) diß Leben zu verlassen

Damit kein Irrthum nun nach meinem Tode sey

Will ich den lezten Schluß in diese Zeilen fassen.

Halt drüber feste Hand daß ich ihn selbst nicht breche

Noch Zanck Gewalt und List nach meinem Tode schwäche.

Die Seele welche du mir eingeblasen hast

Will ich dir wiederum zu treuen Händen geben.

Laß sie durch Christi Blutt befreyt der Sünden Last

Von Schulden rein gemacht vor deinem Throne schweben

Ein Grab ohn alle Pracht bedecke die Gebeine

Die Erd ist überall durch ihn geweyht und deine.

Wenn dein Gerichts-Tag kömmt und die Posaune rufft

Die alle Todten soll vom langen Schlaffe wecken

So fordre meinen Staub hinwieder aus der Grufft

Und laß mich für dem Spruch des Richters nicht erschrecken.

Laß Seel und Leib vereint sich in dem Himmel schwingen

Und ewig Preiß sey Gott! mit heller Stimme singen.

Laß ich von Güttern was wie viel es möge seyn

So weiß ich daß ich nichts ohn deine Gunst kan haben

Drum setz ich dich hiermit zum Erben wieder ein

Inzwischen laß mich recht gebrauchen deiner Gaben;

Du hast allein die Macht zu mehren und zu mindern

Gieb was du wilt davon wies selig meinen Kindern.

Wer traurig hinterbleibt dem schencke Trost und Schutz

Sey Vormund Vater Mann zeuch was noch unerzogen

Zu deinen Ehren auff beut allen Feinden Trutz

Erhalte sie von Welt und Sünden unbetrogen.

Laß die du mir geschenckt und die ich dir geb eigen

Auch deinem Creutze nach wie mich in Himmel steigen.

Diß ist mein Testament: Solt eine Zierligkeit

Solt etwas welches noth bey lezten Rechts-Geschäfften

Allhier vergessen seyn so bleib es doch zur Zeit

Als lezter Vater-Will als Todes-Gab' in Kräfften.

Dein Geist dein Jesus zeugt mit Siegel Hand und Nahmen

So schlüß ich nun getrost: hilff Helffer selig Amen!