Freuden-Lied.
Schreibt ihr Schäfer diesen Tag
lasset von ihm unsre Sag
in der Bäume Wunden finden.
Dieser Tag sey unser Fest
das wir jährlich wollen feyren:
der vergnügbar unsrem Theuren
meinem Helden ist gewest.
Pegnitz! küsse deinen Rand:
den itzt adelt hohe Freude.
Blum-beschwängre diesen Sand
mach ihn zur Smaragdnen Heyde.
Deiner Nymfen flaches Dach
ziegle zierlich mit Krystallen.
laß von Leonoren lallen
deiner Fluten Wudel-Sprach.
sonne! Unser Mecänat
ob du schon bist untergangen
dannoch seine Sonne hat
siht ein Rosen-Liecht der Wangen.
Nimm itzt meine Bitt mit dir!
Gebe doch der Himmel Beyden:
Sonne! daß du Sie in Freuden
mögest sehen für und für!
Cynthia! wilst du heut nicht
an dem Himmel sichtbar werden?
oder weichst du bleiches Liecht
unsrer Cynthien auf Erden?
Was fragt nach dem Mondes-Schein
unser Held? es soll darneben
seinen Nächten Liecht zu geben
Leonora Luna seyn.
Nacht! es muß itzt allzu-nacht
auf so hellen Tag nit werden.
Mit dem Goldgestickten Pracht
deck heut dieses Zelt der Erden:
führ herfür die Sternen Wacht.
Unsren Hochvermählten Beyden
lach’ ein Tausend-Liecht der Freuden!
Trauer-Nächte! gute Nacht!
Hesperus! zeig Ihnen du
deines Mundes güldne Zinken;
und laß Ihre Liebes-Ruh
allerbästen Einfluß trinken.
Sey mit deinem Brüder-Heer
itzund ihre Hochzeit Fakel.
und als ihres Glücks Orakel
Allen Unstern-blick bekehr.
Gönnt der Ohren süsse Gnad
unsren heischern Pegnitz-Rohren;
bleibt geneigt mein Mecänat!
Fahret wohl mit Leonoren!
Lebt vergnügt durch Ihre Zier.
Eurer Namen Schall der Ehren
hier in unsren Schäfer-Chören
soll erklingen für und für.