Freuden-Schreiben an J. G. als sein Sohn Hrn. F. G. zum Doctor beeder Rechte in ...
Dieweil ich selbst nicht kan wie ich mir vorgenommen
Die Berge Schlesiens und dessen Pindus sehn
So soll
Und zwar gantz unbekant entdecken was geschehn.
Ich weiß diß frembde Blat wird euch nicht frembde scheinen
Wenn ihr von
Es wird das Vater-Hertz vor Freuden gleichsam weinen
Und eurer Jahre Zahl durch diese Post vermehrt.
Mich dünckt ich sehe fast die Thränen auff den Zeilen
Wie eine Regung sich hier nach der andern weist
Wie Freude Hoffnung Trost und Ruhm zusammen eilen
Und jedes einen Krantz euch zu bekrönen schleust.
Jhr denckt nun weiter nicht an die betrübten Zeiten
Die vor das gantze Land in Asch’ und Brand gelegt
An euren sauren Schweiß und Widerwertigkeiten
“und was vor Kummer mehr
Der kalten Scheitel Schnee verkehrt sich in Narcissen
Nach dem der Freuden-May in eurem Hauß’ auffblüht.
Die Kräffte wollen auch von keinem Abgang wissen
Jhr seyd auffs neu’ belebt es grünt ein jedes Glied.
Die Nachbarschafft die merckt veränderte Geberden
Und euer
Wacholdern müssen euch zu keuschen Lorbern werden
Womit ihr Tisch und Bänck’ und alles überstreut.
Denn dieses ist der Tag der auf dem
Den Sohn im
Es geht sein Ehren-Glantz vor andre Musen Söhne
Die Themis ist ihm hold Apollo hochgeneigt.
Ach möcht ihr wesentlich mein Freund die Pracht anschauen
Die ich nicht so genau in Reim zu binden weiß!
Die Augen würden da mehr Liebes-Tropffen tauen
Als bey euch Fichten sind und in dem Winter Eiß.
Wie eifrig soltet ihr vor euren Schöpffer treten
Und tausendfachen Danck abgelten seiner Gnad;
Jhr faltet eure Händ’ und würdet embsig beten
Daß GOtt den lieben Sohn so hoch erhoben hat;
Und von des Pöfels Staub und schwerer
Von
Durch seine Hand befreyt und zu dem Ehren-Stande
Darinnen wir ihm itzt glückwünschen hat gesetzt.
Ich fühle neue Glut die meinen Geist erhitzet
Es ist was Himmlisches so mir die Feder rührt
Nachdem ein alter Freund in solchen Strahlen blitzet
Die der Asträen Haupt Sieg-prangend umb sich führt.
Gewiß mir brennt die Brust was Ewiges zu schreiben
Jhr Teutschen Clarien wo ich nicht Frembdling bin.
Und solte
Dem ich schon längst geweyht Gemüthe Hertz und Sinn?
Als Jhm Sophia gab die Mütze von Violen
Und Bruder der Natur ja
Lieff meine Pieris ihm einen Krantz zu holen
Der Teutsch geflochten war nach Brauch in unserm Land.
Indessen weil das Glück uns von einander reisset
”(Wiewol kein Zufall nicht die Freundschafft reist entzwey )
Dianens Silber-Horn zum vierten jährlich gleisset
Kommt eine Post daß er der Rechten würdig sey.
Ich habe mich erfreut und Römisch da gesungen
Jhm nach dem
Nun hör’ ich daß mein Wunsch ist überwol gelungen
Nachdem ihn Philuris zu einem
Der Türckis wird gelobt den die Natur gemahlet
Ob der den Franckreich brennt gleich offters schöner sieht.
”ein Mensch der weiter nicht als von der Tugend strahlet
&q;Hat vor dem Midas-Knecht doch jederzeit geblüht.
&q;Der grosse Klumpen Gold der schärfft nicht das Gehirne
&q;Wo nicht Verdienste seyn taug auch nicht hoher Stand.
&q;Der Ahnen grauer Ruhm beschämt der Kinder Stirne
&q;Wenn jene Tugenden die Lastern sind verwand.
Nein;
Jhn hat sein
Doch weiß ich daß er wird sein Vaterland beblühmen
Mit Wissenschafft und Kunst die keine Zeit verschweigt.
”ob unser Himmel hart und nicht voll sanffter Winde
&q;So ist er dennoch nicht an grossen Seelen leer.
Daß doch der Neid allhier nicht seinen Köder finde
Sonst käme mir die Zahl zu nennen nicht gar schwehr.
”manch Berg wie kahl er ist hat fruchtbar Eingeweide;
&q;Gibt nicht das Jthaca Ulyssens Witz an Tag?
&q;Ja ein abscheulich Wurm spinnt uns so schöne Seide;
&q;Der Türcken bestes Gold hat den geringsten Schlag.
&q;Ort Reichthum thut es nicht daß kluge Söhne werden
&q;Sonst stünde Potosi mit Göttern angefüllt:
&q;Man lobt den jenigen Asturco von den Pferden
&q;Der erst das Ziel erreicht und andrer Säumnüß schilt.
Als unser
Die Perle Schlesiens das Breßlau angeschaut;
Fieng an in sein Gemüth der Künste Safft zu rinnen
Biß die berühmte Schul ihn besser noch erbaut.
Den Keim der Gottesfurcht pflantzt’ in die zarte Seele
Deß
Den Leib beschleust zwar längst des finstern Grabes Höle
Wiewol sein Name wird aus seinen Söhnen blühn.
Was die Beredsamkeit der Sprachen Eigenschafften
Und die Vernunfft Kunst lehrt hat
Ein hochverdienter Mann; sein Ruhm bleibt bey uns hafften
Biß daß die gantze Welt wird in ein Nichts verkehrt.
Was von Geschichten je der Zeiten Buch beschlossen
Was Kron und Thron erbaut und was sie nieder reißt
Kam aus
Der noch ein Wunder-Trieb gelehrter Köpffe heist.
Verhehl’ ich
In welchen er erwieß was ein Poete kan
Wie herrliche Gedicht uns von der Grufft befreyen
Und des Gedächtnüß Ruff den Sternen melden an?
Mein
Der uns das Alterthum der Stein’ und Müntzen sagt
Zeigt wie der frische Muth die Schalen durchgebrochen
Und nach der Künste Kern begierig hat gefragt.
”es wächset Pofosti eh’ als des Buch-Baums Aeste
&q;Dort bringts ein Tag und hier viel Jahre kaum hervor.
&q;Egyptens Hunde sind nur an dem Nilus Gäste
&q;Wenn sie das Wasser labt, so schreckt sie doch das Rohr.
&q;Kunst und Geschicklichkeit erfordert Müh’ und Schwitzen
&q;Ein Jahr das Faulen lang macht keinen nicht geübt:
&q;Wer nicht wil Tag und Nacht bey seinen Büchern sitzen
&q;Derselbe lebt verhönt von Leuten nie geliebt.
&q;Die Wolle muß zuvor viel andre Säffte fassen
&q;Eh’ sie zu ihrem Schmuck die Purpur-Farbe trinckt:
&q;Ein Demant wird sich vor in Gold einschliessen lassen
&q;Damit sein spielend Schein zum angenehmsten blinckt:
&q;So auch wer für der Welt die Fackel des Verstandes
&q;Einst auffzustecken denckt muß durch der Künste Licht
&q;Durch die Gelehrsamkeit die Flammen seines Brandes
&q;Zuvor den klugen Geist wol haben unterricht.
Die Menge tapffrer Leut hat
Wenn er sein gut Latein von dem Catheder laß
Und streute Reden aus gleich Blumen von den Wiesen
Wobey er weder Schluß noch Reinlichkeit vergaß.
Er war nun ausgerüst mit Pallas Helm und Waffen
Die Hippocrene floß aus seiner Feder hell’
Als ihn die Reitzung hieß nicht mehr zu Hause schlaffen;
Er suchte frembde Lufft und frembder Musen Quell.
Es gab ihm Phöbus ein die
Die Linden derer Pracht für Palm und Lorbeern geht.
Wie er kaum angelangt hört man die Schwestern schliessen
Der Neu-willkommne Gast soll von uns seyn erhöht.
Die Folge hats gelehrt. Sein rühmlich Wolverhalten
Und unerschöpffter Fleiß legt ihm bald Gönner zu;
Von welchen
Der Hülff-reich sich erwieß und schafft ihm süsse Ruh.
Aurora wenn sie blaß noch sonder Rosen blincket
Und der begraute Tag sich mehr und mehr vergüldt
Auch die besternte Nacht wenn sie ins Mittel sincket
Hat offtmals beyd’ ertappt in Bücher eingehüllt.
Wie hoch sich
Der Künste Förderer ja Stütze Trost und Heil
Anitzo sich erfreut ob
Bezeigt er anderswo und durch mein Blat ein Theil.
Ist je was seltenes von Schrifften ausgegangen
Das Tyber Tems und Sen’ ins Teutschland abgeschickt
Wie brante
Biß
Nun der Möcenas halff durch seiner Bücher Schätze
Als
Der
Weil er von Kunst und Witz ein reiffes Urtheil hägt:
Ein Freund der jenigen so sich auff Tugend legen
Und
Der Himmel kröne doch sein Hauß mit lauter Seegen
Und wenn er Lebens-satt die Musen seine Bahr!
“es meldet Griechenland viel von des Herculs Seulen
&q;An die
Biß daß er auf die Höh’ Parnassus können eilen
Und nun den argen Neid mit sichern Augen höhnt.
“so muß der Weinstock auch den Ulmen-Baum umbarmen
&q;Jm Fall der schwancke Zweig noch weiter steigen soll
&q;Und von der Sonnen Glut zu reiffer Frucht erwarmen:
&q;So ist dem Nelcken-Strauch wenn er gestängelt wol.
&q;Der Mensch wie klug er sey darff doch der Menschen Rathen
&q;Ein jeder Schlüssel schleust nicht jegliches Gemach:
&q;Wenn man vor Weise hört und überlegt die Thaten
&q;So folget auch beglückt die edle Würckung nach.
Wie
Der Dinge Heimlichkeit und Wechsel zu verstehn
Wie er ihm die Natur bekandt hat wollen machen
In ihrer Sacristeiverborgnes Zimmer gehn
Kan noch der Helikon und dessen Väter sagen:
Er hat zu erst gelernt und darnach selbst gelehrt
Der Künste Honigseim anmuthig fürgetragen
So daß die Jugend ihn mit lauter Lust gehört.
Bald ward die Sitten-Lehr und bald das Buch der Zeiten
Bald die Regirungs-Kunst und der verstellte Stat
Zum theil von ihm erklärt zum theil durch kluges Streiten
Erwogen und durchsucht so manch berühmtes Blat.
Hiemit hub an sein Ruhm sich in die Höh’ zu schwingen
Die Hohe-Schule hieß ihn
Jhm war es nicht genug: sich weiter noch zu bringen
Lag er den Rechten ob und buhlt umb Themis Gunst.
Was des
Der Rechte grosses Buch von den Gesetzen zeigt
Beflammte seine Brust mit einem solchen Feuer
Daß sein Gemüthe nur auff ihren Zweck geneigt.
Jhm stand’ die edle Reyh der alten Rechtsgelehrten
Der
Die Lichter unser Zeit so jener Hoheit ehrten
Die reitzten
Und der Gerechtigkeit gantz Diamant’ne Krone
Warff Blitze derer Glantz der Laster Nacht zertrieb.
Asträa wieß bereit den Purpur ihrem Sohne
Und schwur auß Mutter-Treu Er wär’ ihr hertzlich lieb:
Er solte mit der Zeit geweyhter Priester heissen
Beträngten schaffen Rath und zweiffelnden ihr Recht;
Der Zänckereyen Garn durch den Verstand zerreissen
Und sorgen daß niemand wo die Gesetze schwächt.
Man würde seinen Mund wie ein Orakel ehren
Wenn er als Oedipus manch Rätzel außgelegt;
Die Nachwelt eilte schon sein edles Lob zu mehren
Wie Rom den
Was wundern wir uns nun daß dieses Prophezeyen
Der Außgang hat erfüllt und
Wir hören durch die Lufft
So daß der Lorbeer-
Und weiter sind bemüht die hurtigen Poeten
Zu schreiben seinen Ruhm ins Buch der Ewigkeit.
Der singt ihm auf der Ley’r und jener auf der Flöten
Jedwede Gratie steht ihm zu Dienst bereit.
Und solte
Die angeborne Lieb’ und Treu’ nicht lassen sehn?
Wie groß die Freude sey ist unschwer zu ermessen
Vor vollem Jauchzen muß die Brust sich mehr aufbläh’n.
Er sagt sich selbsten wahr daß wie der Themis Hertze
Der
Und
Zu
Der Grund-gelährte
Und
Man siehet
Zusamt dem
Und was vor Seulen mehr Asträens Tempel zieren
So
Mnemosyne gräbt ein den taurenden Saffyren
Zu was vor einem Mann ihn wacker Fleiß gemacht.
Allein ich werde laß: Ruh Clio denn ein Schreiben
Das beyde Händ’ erfüllt ist selten angenehm.
Mein eintzig Zweck der muß beym
Dem dieser werthe Tag zur Frölichkeit bequem.
Jhr habt bejahrter Greiß genugsam können mercken
Wie seiner Jahre Lauff der Sohn hat hingelegt
Und was vor Ehr’ entsprosst auß Kunst und Tugend-Wercken
Wie seine Scheitel nun die Sieges-Lorbeern trägt.
Unfehlbar wird euch jetzt das Blut in Adern quellen
Und ener Sinnen-Hauß Ergetzligkeit beziehn.
Der Himmel hat euch woll’n ein solches Glück zustellen
Aus welchem Freud’ und Lust gantz überschwencklich blühn.
“wie wenig Väter sehn an ihren Kindern Kronen
&q; Viel bauen dem Geschlecht ein ewig Schmach-Altar:
&q;Doch weil die Frömmigkeit der Höchste wil belohnen
So machet er den Spruch durch diß Exempel wahr.
Indessen lebt vergnügt; es muß euch selig preisen
Die Nachwelt ob den Leib die Fäulniß schon verzehrt.
“denn wenn die Väter sich durch solche Söhne weisen
&q;Wird ihrem dunckeln Grab deß Ruhmes Licht gewährt.