Frewden-Liedlein/ Auff die glückliche Ankunft Ihr Königlichen Mayst.ten
Written 1648-01-01 - 1648-01-01
Frewet euch mit mir ihr Frommen
Vnser Königin ist kommen
Die Königliche Witwe
Gott der alles wol regieret
Hat Ihr Maystät hergeführet
Zu uns glücklich über See.
Lieben Leut seyt frölich wieder
Leget allen Vnmuth nieder:
Denn wir sehn das Angesicht
Der hertzfrommen Königinnen
Vnd Großmächtigsten Fürstinnen
Wer wolt sich des frewen nicht?
Ihr getrewe Vnterthanen
Schwinget nun die Frewden-fahnen
Macht einen frölichen Hall
Ihr Maystäten zu gefallen
Schlagt die Seyten lasset schallen
Tromlen und Trompetten all.
Wie lieblich ist anzuschawen
Die Gestalt der schönsten Frawen
Vnd das Königlich Fräwlein
Das von Ihr Maystät geboren
Vnd von Gott ist außerkoren
Zu regieren die Gemein.
Wir sehn bey ein ander wohnen
Die zwey Königlich' Personen
Ist das nicht ein grosse Frewd?
Welche uns in vielen Jahren
Nicht hat mögen wiederfahren
Solt man dann seyn traurig heut?
Nein nun ist kein Zeit von trawren
Frölich sind Bürger und Bawren
Vnd auch ich bin frewden voll
Hab zwey Gnädigst Königinnen
Wie solt ich dann trawren können
Stehn nicht meine Sachen wol?
Ja Gott sey dafür gepreiset
Er hat mir viel Gnad beweiset
Mich als bey der Hand gefürt
Auß Holstein hieher ohn schaden:
Ich bin von Ihr Fürstlich Gnaden
An Ihr Maystät commendirt.
Ob wol ich viel Jahr gesessen
Arm und Elend als vergessen
Hab gewohnt bald hie bald dort
In der Stadt und auff dem Lande
Im betrübten Witwen Stande
Hie an diesem frembden Ort.
In Gefahr auch offt geschwebet
Dennoch hat der ewig Lebet
Mich errettet immerdar
Seine Gnade lassen walten
Vnd beym Leben mich erhalten
Nun ins Vier und Sechszigst Jahr.
Ihn wil ich stets rathen lassen
Ihm befehlen meine strassen
Der die seinen nicht verlest
Führet wunderbar doch gnädig
Machet aller Sorgen ledig
Die ihm nur vertrawen fest.
Hiemit schlies ich und wil beten
Für die hohe Mayestäten
Auch für die Herrn fern und nah
Vnd fürs Edle Frawen-Zimmer
O Gott sey ihr Schütz-herr immer
Erhör gnedig A.O.H.