Fünf Mark

By Klabund

Written 1901-01-01 - 1901-01-01

In meiner Straße nachts steht eine

(Immer dieselbe) Lausekleine,

Und grüßt mich krächzend mit Geplärr:

Fünf Mark, mein Herr, fünf Mark, mein Herr.

Ich hab es mir mild verbeten,

Da ist sie näher nur getreten,

Ihr dürrer Leib schwoll schattengroß:

Fünf Mark ja bloß, fünf Mark ja bloß.

Grüß Gott –, der Leichenwagen rumpelt,

Ihr Schatz und eine Vettel humpelt

Stier gröhlend hinter ihrem Sarg:

Fünf Mark, mein Herr, mein Herr, fünf Mark.

Man schmiß sie in die Armenerde,

Ihr Schatz gab ihr als Reisezehrde

Zur Fahrt ins Dunkel in den Sarg:

Fünf Mark, mein Herr, mein Herr, fünf Mark,

Fünf funkelnagelneue Mark....