Fünff Frauenzimmer/ fünff Sinnen

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Fünff Sinnen geben sich uns itzund anzuschauen:

Wie aber sollen wir dieselben theilen ein?

Daß wir nicht stossen an bey Fräulein oder Frauen

So wird des Wirthes Rath darzu vonnöthen seyn.

Zwar zeigt sich das Gesicht in hold-beflammten Blicken

Und frisches Feuer ist der Fräulein Eigenthum;

Doch will sich noch ein Sinn zu ihrer Anmutt schicken.

Wo schöne Blumen blühn hat der Geruch den Ruhm.

Der Wirthin Höfligkeit will man sich selbst entdecken

Ob ihr von jedem Sinn ein sonders Lob gebührt

Daß sie es diesen Tag am meisten sucht vom Schmecken

Indem sie uns zum Glaß und gutter Speise führt.

Wo hoher Tugend Preiß mit vollem Glantze spielet

Erschallet auch der Klang darvon mit hellem Thon.

Wenn Auge Ruch Geschmack und Ohr Vergnügung fühlet

So bleibt noch über diß der fünffte Sinn mein Lohn.