FünftensKirchweih

By Wilhelm Busch

Written 1870-01-01 - 1870-01-01

Gen Padua, wenn Kirchweih ist,

Wallfahrten die Bruderschaften;

Denn da erlangt der fromme Christ

Einen Ablaß von großen Kraften.

Die Bruderschaft und den Jungfernverband

Die tut es gewaltig dürsten;

Drum ist ein Wirtshaus allda zur Hand

Mit Bier und schweinernen Würsten.

Und als man nachts zu Bette ging,

Nahm man sich nicht in achte;

Das Wirtshaus, welches Feuer fing,

Brann hell, als man erwachte.

Das Kloster mit seiner Kellerei

Liegt nahe in großen Nöten;

Die Mönche erhuben ein groß Geschrei,

Antonio hub an zu beten:

„Ave Maria mundi spes!

Erhalt uns armen Mönchen –

– Du weißt es ja, wir brauchen es –

Den Wein in unsern Tönnchen!“

Und sieh! Erloschen ist die Glut

Der gier'gen Feuerzungen;

Die frommen Brüder fassen Mut,

Sie waren so fröhlich und sungen:

„Der Saft, der aus der Traube quoll,

Kann heut ja wohl nicht schaden!

Juhe! Wir sind ja wieder voll,

Ja wieder voller Gnaden!“ –