[Für Fräulein Therese Uetsch]

By Franz Grillparzer

Written 1850-01-01 - 1850-01-01

Schwarz und gelb, wie ich, du selber,

Fanden wir uns auf der Flucht;

Schwärzer ich, du etwas gelber,

Hast du geschimpft und ich geflucht.

Und so, dem Feind zu großem Schaden,

Bekämpften wir ihn bis aufs Blut;

Er war in Wien, und wir in Baden:

Der Abstand stärkte unsern Mut.

Doch nun, besiegt des Krieges Wehe,

Sind wir von neuem Harm gesucht:

Das Waffenbündnis unsrer Nähe

Begibt sich selber in die Flucht.

Du schwörst zu einer andern Fahne,

Die, heißts, ein Rosenband umflicht;

Allein das Neue, wie ich ahne,

Verdrängt bei dir das Alte nicht.

Gelb sind ja Blätter, welche starben,

Schwarz ist der Tod, der fürchterlich;

Nimm nur getrost der Liebe Farben,

Auch weiß und rot ist kaiserlich.