Gedanken bei Betrachtung ei- nes Wetterhahns.
Der Wetterhahn wird stets vom Wind herum gedrehet,
Er richtet sich darnach; so wie der-
Sich ändert, hie herfährt, aus Ost
Aus Süden oder Nord mit seinen Flügeln saußt;
So schwinget er sich auch; die Fahne wird be-
Nachdem der Windebraus kommt in der Lufft ge-
Das ist ein rechtes Bild der Unbeständigkeit,
Von einer Wechselhaft- und Aendrungs-vollen Zeit.
Die Menschen gleichen auch mit ihren Sin, Ge-
Den Hähnen auf dem Thurm die hin und wieder-
Blässt sie ein Glükkeswind auf dieser Erden an,
So sieht man wie gar leicht sie solcher ändern kan,
Und kommt ein rauher Nord des Schiksahls herge-
So wird auch ihr Gemüt von solchen gleich bewo-
Der Vorsaz ändert sich, und ihr erwähltes Ziel,
Was ihnen kurz vorher, als richtig woll gefiel
Wird Augenbliks verrükt. So wie sich dreht die
Nach jedem Zug der Luft, an einen Wetterhahne;
So ändert sich der Mensch. Die Meinungen der
Bestimmen was ihm woll, und was ihn mis-
Und das soll Klugheit seyn sich nach der Welt be-
Und nach dem Lauf der Zeit den Gegenstand an-
Allein wenn dieses wahr; so wär der Wetterhan,
Viel klüger anzusehn, als selbst der klügste Mann.