Gedanken bei dem Anblik eines leeren Feldes.
Zur holden Frühlings-Zeit war hier noch alles grün,
Der Sommer kam heran da ward
In scheinend Gold verkehrt, das
Mit seinen gelben Schmuk im Reif-
So kam der Schnitter an mit seinem scharffen
Und hat den Halm zerhaut und seine Pracht zer-
Die Wagen folgten nach, als sie ins Seil gebun-
Das Feld ist nunmehr leer, als wenn die Frucht ver-
Die Stoppeln sind noch da, die mit der Zeit ver-
So ist vom Jahres Wuchs im Felde nichts zusehn.
Es wird mit andern Korn, das Feld als neu besäet,
Das aus den vorgen stammt, und wiederum auf-
Mir deucht ich sehe hier an diesem Akkerfeld
Ein Bildnis rührend an, von der bewohnten Welt.
Die Menschen die gebohrn, die fangen an zu blü-
Die Zeit verläuft geschwind, da sie von dannen ziehen,
Nachdem sie reif genug; und ihre Zeit bestimmt,
Da kommt der Todt heran, der sie von hinnen nimmt.
In einen Lauf der Zeit, von zweimahl funfzig Jahren,
Sind keine übrig mehr; wir sind schon weggefahren.
Der Saame der von uns in dieser Zeit entspriest,
Der blühet wieder auf, und wenn man uns vergißt,
So ist an solchen stets doch auf der Welt zu lesen,
Daß wir hier auch geblüht, und einmahl da gewesen.
Und solte solcher gleich in seiner Blüt verblühn,
Eh er zur Reiffe kommt, auch dieser Welt entfliehn:
So ist das unser Trost: wir können nicht vergehen,
Wir werden wiederum dereinsten auferstehen.