Gedanken bei einem Wetter- glase.
Der Mensch ist offtermahls dem Wetter- glase gleich,
Darinnen der Mercur bald aufwerts
Nachdem die Witterung ihn in der Lüf-
Zum Steigen und zum Fall durch ihre Aendrung
Das menschliche Gemüth, pflegt bei dem Glükkes-
Sich in geblähten Stolz gewaltig zu erheben.
Und als das Glükke wächst, wie trifts nicht oftmahls
Nach einer Höh vom Dunst, mit aller Macht zu
Allein wie ändert sich die arme Kreatur,
Wenn eine rauhe Zeit von Trübsal angekommen
Da fället gleich der Muth wird ähnlich dem Mer-
Der in des Glases Röhr den niedren Stand ge-
Ein wollgesezt Gemüth bleibt immer einerlei,
Jm Glük und Ungelük in hell und trüben Ta-
Es bleibt in Sanftmuth still, in wahrer Demuth
Und schwinget sich empor bei allen Leid und Pla-