Gegen-Satz Wechselweise zu singen.

By Hans Aßmann von Abschatz

Lasset uns nach Zion wallen

Und die Schädel-Stätte sehn

Wo dem Schönsten unter allen

So viel Ubels ist geschehn!

Last uns ihm ein Grab-Lieb singen!

Nun sie ihn zur Ruhe bringen!

Der die Erde selbst ließ werden

Der den Himmel ausgespannt

Hat nichts Eignes auff der Erden

Borgt ihm Josephs fremden Sand

Wenn er aus der Grufft wird steigen

Ist der Himmel unser eigen.

An dem Creutze starb das Leben

Ruht im Grabes Schatten aus

Und die Sonn hat sich begeben

In das düstre Todten-Hauß

Aber last das trübe Weinen

Bald wird sie uns wieder scheinen.

Evens süsser Apffel-Bissen

Bringt die herbe Todes-Post

Solche wieder zu versüssen

Hat viel Schweiß und Blutt gekost;

Gottes Gnad an statt Napellen

Wächst an den benetzten Stellen.

Last uns in den Garten eilen

Wo die Myrrhen-Püschel stehn

Unsre Seelen auszuheilen

Zu den Balsam-Stauden gehn

Hier kan man ohn Dornenstechen

Edle Lebens-Rosen brechen.

Du Durchbrecher harter Steine

Den kein Marmor halten kan

Ich will dir auch mein Gebeine

Zu verwahren trauen an!

Du das Haubt du lebest wieder

Und erhebst auch deine Glieder.

Schatten mag die Erde decken

Finsternis die Lufft umziehn

Wenn mich Tod und Nacht erschrecken

Will ich in diß Lager fliehn.

Zu verschlaffen allen Jammer

Wähl ich hier die Ruhe-Kammer.

Nun so sey gegrüßt o Höle

Drauß des Lebens Echo klingt

Drauß für meine matte Seele

Labsal in dem Tod entspringt!

Eh man mich ins Grab soll sencken

Will ich dein zum Trost gedencken.