Gegensatz .
Ach triumphir nicht vor dem Siege,
O Seel wo willt du fliehen hin;
Da dein verblendter Eigensinn
Vor Feinden frey und sicher liege.
Suchst du noch Ruh in äussern Dingen,
Ach glaube mir, du findst sie nicht;
Wirst du nicht nach dem Innern ringen,
So ists mit dem nicht ausgericht.
Drum bleib nun im Gehorsam stehen,
Kein Kriegsmann weicht von seinem Post;
Wenns auch schon Blut und Leben kost,
Wenn ihn sein Herr dahin heißt gehen.
Der Glaub weiß nichts von eignem Willen,
Er sieht sich selbst den Weg nicht aus,
Dadurch er Gottes Will erfüllen,
Und aus dem Streit will kommen raus.
Du bist dir selbst die größte Plage,
Du trägst noch Babel stets in dir;
Willt du noch Ruh genießen hier,
So laß dir keine süße Tage
Durch süße Träume hier verlegen,
Du machst dich nur mehr misvergnügt;
Der liebe Jesu wird dich hegen,
Der alles Wissen überwiegt.
Du kannst auch mitten im Getümmel
Der Welt, den Vater beten an;
Der dich ja bald erlösen kann,
Wenn dir erst nütze jener Himmel
Und dich Egypten nicht sollt üben,
Daß deiner Treiber schweres Joch
Dich lehrte recht den Himmel lieben,
Und dein Verlangen stillte noch.
Hier ist kein Canaan zu hoffen,
Kein Paradies ist mehr allhier;
Es hat noch niemand der mit dir
Entfliehen will, den Zweck getroffen.
Die Hoffnung nährt sich mit den Dingen,
Die süß und doch unsichtbar sind;
Es muß uns doch zulezt gelingen,
Bleib nur in Einfalt Gottes Kind.
Nur freue dich auf jene Kammer
Des Friedens, da du wohnen wirst,
Wenn dich nicht mehr nach Ruhe dürst,
Und bist befreyt von allem Jammer,
Den hier noch Städt und Wüsten haben,
Und wo du nur willt fliehen hin;
Die Einsamkeit kann dich nicht laben,
Wenn mit dir zieht dein Eigensinn.