Gegründete Hoffnung.

By Barthold Heinrich Brockes

Laß mich, o Herr! zu deinem Preise,

Auf meines regen Lebens Reise

Mich immer dergestalt verhalten,

Damit ich, wenn ich soll erkalten,

Mich deiner Huld getrösten möge.

Laß mich das

So anzuwenden, mich bestreben,

Daß ich, Herr! deine weise Wege

In deinen Werken, die so schön,

Mag hören, fühlen, schmecken, sehn;

Daß, wenn ich soll von hinnen gehn,

Ich mit Vergnügen überlege,

Wie viel mir Guts von dir geschehn,

Daß ich, wie schwach ich gleich, mich freue,

Und mir zu einem Trost gedeyhe,

Wenn sich dazu dieß Denken fügt:

Daß ich, o Schöpfer dieser Welt,

An vielem, was sie Guts enthält,

Zu deinem Ruhm, mich oft vergnügt.

Ach! laß mich anders nicht gedenken,

Als dieß, aus kindlich reinem Triebe:

„da du, o Herr, die ewge Liebe;

„wirst du mich nicht in Nichts versenken,

„noch minder in der Hölle schrenken;

„vielmehr, da du in diesem Leben

„mir so viel Gutes schon gegeben,

„mir dort unendlich mehr noch schenken.